Schriftsteller

Er träumte davon Gedichte zu schreiben und Bücher, um alles, was seine Seele fühlte, zu verewigen, um es nie mehr zu vergessen.

Lange hatte er gezögert sich wirklich zu trauen, aber eines Tages war es dann soweit. Aber womit sollte er schreiben? Er hatte weder Stift noch Papier dies zu tun.

Also kaufte er sich Papier und Stift. Und weil ein Schriftsteller gute Stifte braucht und gutes Papier, kaufte er einen Füllfederhalter, Tinte und einen großen Block, ein Notizbuch um auch unterwegs Einfälle festhalten zu können und dann noch ein Notizbuch, falls er das erste vergessen sollte.

Und dann fing er an zu schreiben! Er merkte, seine Gedanken waren schneller als sein Schreiben. Im Kopf war er bei Kapitel 5, auf dem Papier noch ganz am Anfang! Also, so dachte er sich, brauchte er einen Computer mit einem guten Textverarbeitungssystem, vielleicht noch einen Tab-Computer um auch unterwegs arbeiten zu können.

Also kaufte er sich Computer, Textverarbeitungssystem und Tab-Computer. Und weil ein Schriftsteller kreativ ist, kaufte er sich ein Apple Mac Book und MacWord und einen iPad.

Und seine Finger flogen über die Tastatur. Aber immer wenn er einen guten Gedanken hatte, gefiel im die Formatierung nicht und er fing an sie zu ändern. Schrift fett, Schrift kursiv, Schrift 11 Punkt, Schrift 16 Punkt. Also dachte er sich, die Nebensächlichkeiten lenken zu sehr ab und Tippen ist zu langsam. Vielleicht könnte ein Diktiergerät helfen, die Geschwindigkeit hoch zu halten und den Formatierungswunsch niedrig.

Also kaufte er sich ein Diktiergerät. Und weil er viel zu sagen hatte, kaufte er eines mit viel Aufnahmekapazität. Und weil er an seinen Sätzen feilen musste, musste das Gerät dies erlauben.

Und seine Worte kamen und kamen. Nur was kam, war bedeutungslos und leer. Und er merkte, er hatte nichts zu sagen. Weder mit Stift und Papier, noch mit dem Computer, noch mit dem Diktiergerät.

Also ging er in eine Buchhandlung und kaufte sich ein gutes Buch, von jemandem geschrieben, der etwas zu sagen hatte.